Wer darf/kann Krankenschwester werden?

Auf der Suche nach Informationen über Fort- und Weiterbildungen bin ich auf eine interessante Sache gestoßen. Es geht um eine Initative von CDU/CSU und SPD die Einstiegsvorraussetzungen für die Krankenpflegeausbildung auf das vorhandensein eines Hauptschulabschlusses abzusenken.

Hier ein paar links zum Thema

Stellungnahme Deutscher Pflegerat

Pressemitteilung DBfK

Artikel Deutsches Ärzteblatt

Ich persönlich weiß noch nicht welcher Meinung ich bin. Es gibt mit Sicherheit Hauptschüler die sehr gut für den Pflegeberuf geeigent sind und sich auch auf den Hintern setzten um alles zu lernen was sie wissen müssen. Genauso wie es Abiturienten gibt die einfach ungeeigent sind.Ich weiß aus eigener Erfahrung das es auch mit Abschluss vom Gymnasium nicht leicht ist die Ausbildung zu schaffen. Aber es geht ja schließlich nicht nur um schulische sondern auch um praktische Leistungen und zwischenmenschliche Qualitäten.

Wie denkt ihr darüber? Was sind eure Erfahrungen mit den heutigen und auch früheren Azubis?

6 Antworten auf “Wer darf/kann Krankenschwester werden?”

  1. Hm, seltsam.
    Bei uns in Österreich kann man auch ohne Matura (Abi) die Pflegeausbildung machen.
    Aber hier geht der Trend eher dahin, dass die Schulen bevorzugt Maturanten aufnehmen.
    Und soweit uns erklärt worden ist, geht der Trend europaweit eher in Richtung Pflegestudium (mit allen Vor- und Nachteilen).
    Ich möchte keineswegs sagen, dass die Matura unbedingt zum Pflegeberuf notwendig ist. Die Matura mag vielleicht beim Lernen helfen, aber für „das wirkliche Leben“ bringt sie meiner Meinung nach nicht viel.
    Viele meiner ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler und sehr viele meiner Kollegen haben keine Matura. Trotzdem sind sie hervorragende Pflegepersonen.
    Es gibt Leute, die sich trotz Einser-Matura nicht für die Pflege eignen, und es gibt Leute, die zwar „schlechte“ Schüler waren aber dafür das Wissen, auf das es ankommt.
    Natürlich gibt es zwischen den zwei Extremen auch noch eine Menge 😉

    Aber es kommt mir sehr seltsam vor, dass eure Parteien jetzt gegen den allgemeinen Trend solche Änderungen anstreben.

    1. Ja ich finde das ganze auch irgendwie seltsam. Aber nunja, der Arbeitsmarkt liegt am Boden. Da gerät der ein oder andere in Zeiten der Wirtschaftskrise wohl in Panik könnte ich mir vorstellen…

  2. Das Problem ist, dass in Deutschland ja im Grunde im zarten Alter von zehn jahren die Weichen gestellt werden… wenn ein Kind aus einem… sagen wir mal sozial schwachen Haushalt auf der Hauptschule landet, weil die Eltern es sich nicht vorstellen können wie es am Gymnasium aussieht und sich mangels Selbstbewusstsein einfach nicht „trauen“, dann hat das Kind halt sein Leben lang Pech.
    Ich bin für mehr „Durchlässigkeit“ der Systeme, auf allen Ebenen… es gibt schlechte Ärzte und gute Krankenschwestern und natürlich auch schlechte Krankenschwestern und gute Ärzte.

  3. Da werden erst Heerscharen von Pflegekräften aus dem Beruf gedrängt, über die jahre hinweg gibt es immer weniger Pflegekräfte. Vordergründig sind Bettenabbau und immer kürzere Liegezeiten, Verlegung der Klinikversorgung in den ambulanten Bereich die Gründe. Hinzu kommen das Herr der Pflegekräfte, die angesichts der Zustände selbst das Weite gesucht haben.

    Nun steht man vor einem Desaster: Man will/muss Pflegeressourcen bereit halten, ansonsten weitet sich der Pflegenotstand (wie lange gibt’s denn schon…?) zur Pflegekatastophe aus. Obwohl: Stellenweise haben wir die bereits…

    Da braucht man jetzt halt billige und anspruchslose Pflegekräfte…

    Hochverdichtete Arbeitszeiten ohne informelle Ruhepausen, dramatisch gestiegene intellektuelle Anforderung angesichts pflegerisch-medizinischer Entwicklungen, jetzt auch noch Verlagerung ärztlicher Tätigkeit auf den Pflegeberuf (weil es auf dem flachen Land und anderswo kaum noch Ärzte gibt). Ich frage mich, wie ein halbgebildeter Hauptschüler (und „halbgebildet“ ist keine Diffamierung von Einzelpersonen, sondern bittere Realtität an den Hauptschulen) diesen Anforderungen gerecht werden…?

    Ich fasse es nicht!

    Klar, die Akademisierung der Pflege ist sicher kein Goldstandard für die Lösung der Versorgungsprobleme (wo sollen denn die ganzen AkademikerInnen nachher arbeiten…?). Aber eine Herabqualifizierung des pflegeberufes ist ganz sicher genau das Gegenteil von dem was wir brauchen.

    International Qualifizierung aller Orten, selbst in manchen Ostblockstaaten wie Litauen sind die Pflegekräfte mittlerweile qualifizierter. Meine Frau arbeitet international in Pflege. Die Erfahrung nach einiger Zeit in einem international Unternehmen, das Pflege in einem Spezialsektor anbietet: Deutschland hat die am am miesesten qualifiziertesten Pflegekräfte.

    Wie muss ich mir denn die Zukunft als Klinik-Patient vorstellen? Wenn ich z.B. ganz banal auf die Schüssel muss?

    „Eh Alder, willst du Pippi oder willst du Stress?“

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